
Poster-Presentation „Seismic waves“ at CMCK
Seismische Wellen sind intensive Schwingungen, die sich vom ursprรผnglichen Bruchpunkt, dem sogenannten Hypozentrum, wie Wellen auf einem Teich ausbreiten, jedoch wesentlich komplexer sind. Diese Wellen kรถnnen groรe Entfernungen zurรผcklegen und Bodenerschรผtterungen verursachen. In der Nรคhe des Epizentrums โ der wissenschaftliche Name fรผr den Punkt auf der Erdoberflรคche รผber dem Hypozentrum โ kรถnnen sie manchmal extrem zerstรถrerisch sein.
Erdbeben werden entsprechend der Tiefe ihres Hypozentrums in Erdbeben mit flachem Fokus (oberste 70 km der Erdkruste), mittlerem Fokus oder mittlerer Tiefe (70โ300 km) und tiefem Fokus unterteilt. Letztere treten entlang von Subduktionszonen auf, wo kรคltere ozeanische Kruste unter eine andere tektonische Platte abtaucht, und kรถnnen bis zu einer Tiefe von 700 km zurรผckverfolgt werden.

Was wir รผber den Aufbau des Erdinneren wissen, stammt grรถรtenteils aus der Untersuchung seismischer Wellen. Wenn seismische Wellen Gesteine unterschiedlicher Dichte durchlaufen, werden sie an den Schichtgrenzen gebrochen, รคhnlich wie Lichtstrahlen in einem Glasprisma, und ihre Geschwindigkeit รคndert sich. Durch den Vergleich der Laufzeit und der Geometrie seismischer Wellen kรถnnen wir somit Informationen รผber die verschiedenen Schichten der Erde gewinnen.

Die Kruste ist die sprรถde รคuรerste Schicht, deren Dicke auf Kontinenten zwischen 25 und 60 km variiert, verglichen mit 4 bis 6 km bei der ozeanischen Kruste. Die kontinentale Kruste ist recht komplex aufgebaut und besteht aus vielen verschiedenen Gesteinsarten. Unterhalb der Kruste reicht der dichtere Mantel bis in eine Tiefe von 2890 km.
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von seismischen Wellen hรคngt vom Wellentyp โ man unterscheidet zwischen Kรถrper- und Oberflรคchenwellen โ und den Eigenschaften des Gesteins ab: Je dichter das Gestein, desto schneller breiten sich die Wellen aus. Kรถrperwellen breiten sich im Erdinneren aus, wรคhrend Oberflรคchenwellen sich entlang der Erdoberflรคche fortbewegen. Kรถrperwellen bestehen aus aufeinanderfolgenden Kontraktionen und Expansionen, genau wie Schallwellen in der Luft. Die Bewegung der Partikel im Gestein, durch das sich die Wellen fortbewegen, verlรคuft parallel zur Richtung der Welle. Kรถrperschallwellen werden weiter unterteilt in Kompressionswellen (Primรคrwellen oder P-Wellen) und Scherwellen (Sekundรคrwellen oder S-Wellen). P-Wellen sind longitudinale Stoร- oder Druckwellen, die als erste bei einem Erdbeben entstehen. Sie breiten sich mit hoher Geschwindigkeit (etwa 6โ7 km/s) durch jedes Material aus und erreichen als erste die Erdoberflรคche. Die Partikel werden entlang der Ausbreitungsrichtung der Welle verschoben. S-Wellen sind Scherwellen, die transversaler Natur sind, wobei die Partikelbewegung rechtwinklig zur Ausbreitungsrichtung der Welle erfolgt. S-Wellen kรถnnen weder Luft noch Flรผssigkeiten durchdringen. Diese Wellen folgen bei einem Erdbeben in der Regel den P-Wellen und verschieben den Boden senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Oberflรคchenwellen sind analog zu Wasserwellen und breiten sich auf der Bodenoberflรคche aus. Sie bewegen sich langsamer als Kรถrperwellen. Aufgrund ihrer niedrigen Frequenz, langen Dauer und groรen Amplitude kรถnnen sie die zerstรถrerischste Art von seismischen Wellen sein.

Seismologen kรถnnen das Epizentrum eines Erdbebens lokalisieren, indem sie die Laufzeiten der verschiedenen seismischen Wellen vergleichen, die von einem Seismometer auf einem Seismogramm aufgezeichnet werden. Die meisten Seismometer basieren auf dem Trรคgheitsprinzip: Eine aufgehรคngte Masse neigt dazu, still zu bleiben, wenn sich der Boden bewegt.

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Text & Layout: Anne Kรถtt





