CMCK – Cultural & Museum Centre Karonga

CMCK – Cultural & Museum Centre Karonga

Malawi Karonga Museum
Malawi Karonga Museum

Nach vier Baujahren wurde das Cultural and Museum Centre Karonga (CMCK) im Norden Malawis im Jahr 2004 seiner Bestimmung รผbergeben. Das mit Unterstรผtzung und Know-how von Mitgliedern der Uraha Foundation Germany e.V. und des Senckenberg Museums Frankfurt konzipierte Projekt verfolgt vielfรคltige Zielsetzungen:
Prof. Friedemann Schrenk, Abteilungsleiter der Palรคoanthropologie am Senckenberg Institut und Initiator der Malawisch-Deutschen Uraha Foundation und seine Kolleginnen und Kollegen wollen mit dem Projekt Wissen dort vermitteln, wo die Wiege der Menschheit stand – in Afrika.

Zu den Feierlichkeiten, die gleich zweimal stattfanden – mit und ohne den Staatsprรคsidenten Malawis, Dr. Bingu wa Mutharika, kamen dann auch all diejenigen, denen Wissensvermittlung in der Wiege der Menschheit am Herzen liegt: Der ehemalige Deutsche Botschafter in Malawi, Dr. Jรผrgen Hellner, Reprรคsentanten der Regierung und der internationalen Geberlรคnder wie EU, GTZ und DED, die traditionellen Oberhรคupter Karongas  und 4000 Jugendliche und Kinder und natรผrlich alle nationalen und internationalen Helferinnen und Helfer wie Sebastian Mรผhlhรคuser, Gestalter der Ausstellung, Christine Hemm vom Senckenberg Museum, Michelle Pender, Museumsdidaktik, Stephanie Mรผller, Projekkoordinatorin und Friedemann Schrenk, wissenschaftlicher Berater. Sie alle waren Zeugen eines groรŸartigen Events, das mithilfe von Akrobaten, Theatergruppen, Chรถren und Urmenschen aus Fleisch und Blut nicht nur Reden bot.

Angefangen hat das Projekt als Idee in den Kรถpfen von Oliver Mwenifumbo, Lawrence Mwamlima und Archibald Mwakasungula. Sie hatten sich vorgenommen, Karonga, ihrer Heimatstadt, 45 Kilometer von der Tansanischen und 110 Kilometer von der Sambischen Grenze entfernt, wieder neue Bedeutung zu verschaffen. Denn die Peripherie des kleinen Sรผdostafrikanischen Staates war nach dem Beginn der Missionierung um 1890 in Vergessenheit geraten. Wenig bevรถlkert und gerade deshalb reich an Ressourcen und gut gebildeten Menschen verlor der malawische Norden an Einfluss im politischen System der 30-Jรคhrigen Diktatur des ,Lifepresident‘  Dr. Hasting Kamuzu Bandas. Entwicklung fand in der neu gegrรผndeten Hauptstadt Lilongwe in der Zentralregion des Landes statt, oder, wie zu Zeiten des Kolonialregimes, im Sรผden des Landes. Doch gerade der Norden wies Schรคtze auf, die es sonst nirgendwo in Malawi gab: Fossilien. Die Millionen Jahre alten Fragmente wurden durch tektonische Bewegungen des Afrikanischen Grabenbruchsystems vor ungefรคhr einer halben Million Jahre empor gehoben. Die Sedimente, die bis dahin einen regelrechten Schneewittchenschlaf unter den Wassern des 600 Kilometer langen Malawisees gefรผhrt hatten, wiesen jedoch nicht nur Spuren der Dino-ร„ra auf, sondern auch Fossilien unserer Urahnen: Hominiden.

Internationale Forschungsprojekte ,ergruben‘ dieses Wissen, ergatterten die Fossilien, erforschten sie und stellten sie zur Schau. Das Ende der 90er Jahre in Karonga gefundene Skelett des imposanten Malawisaurus wurde bis zur Erรถffnung des Cultural and Museum Centres nicht im Fundland Malawi zur Schau gestellt, geschweige denn das Wissen um Dinosaurier und Urmenschen in Malawi zugรคnglich gemacht. Die so genannten ,groรŸen Funde‘ der Anthropologie kommen aus Sรผdafrika, Tanzania, Kenya oder ร„thiopien-nicht aus Malawi. So zumindest steht es in den Schulbรผchern. Mwamlima, Mwenifumbo und Mwakasungula wollten dies รคndern. Zusammen mit Friedemann Schrenk planten sie ein Museum. Aber nicht irgendeines. Ein besonderes Museum, nicht in der Hauptstadt, nicht in der Mitte des 1.100 Kilometer langen Landes, sondern dort, wo die Fossilien herkamen: in Karonga – 240 Millionen Jahre Erdgeschichte ,From Dinosaurs to Democracy‘  zum Anfassen. Erkunden und Hinterfragen. Demokratisierung von Wissen in einem Land, in dem die Wiege der Menschheit stand.

Unterstรผtzt wird das Projekt von der Europรคischen Union (EU), der Gesellschaft fรผr Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), Toyota Malawi Ltd., Presstrust Ltd., der Sparkassenstiftung Darmstadt, den Firmen Festool, Wรผrth, Rรถhm, Eggersย  und vielen weiteren privaten und รถffentlichen Institutionen, denen daran gelegen ist, das Wissen um die Menschwerdung, Geschichte und Traditionen in der jungen Demokratie Malawi zu verbreiten.

Ein umfangreiches Aufklรคrungsprogramm mit lokalen Theatergruppen setzte Bildungsinhalte wie Evolution, Geologie und kulturelle Geschichte spielerisch in Lehrstรผcken um und erreichte die entlegensten Winkel des 200 000-Mann und Frau-starken Karonga Distrikts.

Wikipedia: Cultural & Museum Centre Karonga